LEBERFASTEN

ENTGIFTUNG UND HEILUNG DER LEBER

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LEBERFASTEN

Meine liebe Leber... was habe ich ihr schon alles zugemutet. Jahrzehnte ohne eine bewusste Pause. Nicht nur die unzähligen Gläser Wein, das wunderbar fettige Essen - nein - dazu auch noch der ganze Ärger, über Menschen und Dinge, die mich direkt oder indirekt, doch eigentlich nur dahin bringen wollten, wo ich heute bin. Vielen Dank an dieser Stelle an all diese Begegnungen und verzeiht mir bitte den Ärger, den ihr mit mir hattet. Und für Dich meine teure Leber, lege ich die erste offizielle Belastungspause ein. Ich hoffe Du kannst die Zeit nutzen und Dich selbst reinigen von all dem, was Du für mich eingelagert hast, damit ich mich nicht direkt damit umbringe. Im Film seht ihr mich - André - wie ich tapfer eine Fastenkur beginne und in den folgenden 9 Tagen, von fast vollkommen fettfreier Nahrung mit vielen Bitteranteilen langsam zu gar keiner Nahrungszufuhr mehr herunterfahre. Ich möchte von nun an mit meiner Leber und nicht mehr gegen sie leben. Da ich ein nicht besonders fortgeschrittener Koch bin, helf ich mir mit einigen Rezepten aus einem Buch. Ich nutze den Frühling und all seine Angebote an reinigenden Kräutern und Blättchen und kämpfe gegen die bedrückende Ruhe, die der Wegfall von vielerlei Sinneseindrücken in mir hinterläßt. Ich wurde gefragt, ob man seine Leber reinigen kann und normal weiter arbeiten kann. Ich hab ne Weile darüber nachgedacht und würde es nicht empfehlen. Interessanter Weise fragt niemand, ob man ein Auto reinigen und reparieren kann und gleichzeitig damit auf der Autobahn unterwegs sein kann ;)

Das Entgiften ist ein anstrengender Prozess, das Herausgehen aus allen Gewohnheiten unheimlich schwer. Ganz oft in so einem Prozess, kommt man an den Punkt und fragt sich, warum man sich so etwas überhaupt antut. Kein Wunder das die meisten Menschen erst zu derartigen Schritten bereit sind, wenn ihr Leid groß genug ist. Bis ich ernstlich krank bin, wollte ich nicht abwarten, da mich schon jetzt einige  Symptome plagen. Es ist mein Verständniss von Altervorsorge, es jetzt zu tun, wo ich mitten im Leben bin. Ein bisschen wie sparen, damit man später mal was hat. Beim Geld verstehen das die meisten Menschen. Vielleicht weil man glaubt, sich damit alles andere ermöglichen zu können. Bei der Pflege der eigenen Organe sieht es da schon anders aus. Da wird geplündert und geraubschatzt, was das Zeug hält. Ich hab es also gemacht. Was kann ich dazu sagen? Ja es war schwer. Ich hätte mich besser vorbereiten sollen, denn eine fettfrei Ernährung ist eine echte Herausforderung. Einläufe selber machen? Das war noch vor dieser Kur undenkbar für mich. Ist aber tatsächlich nicht so schlimm wie ich dachte. Es hilft einem sogar psychisch, den Reinigungsprozess direkt mitzuerleben, denn was nach den ersten Einläufen an eingelagertem Gift aus Euch herauskommt, spottet jeder Beschreibung ;) Da ich auch Eindrücke gefastet hab, also kein Handy, Filme etc. zu mir genommen habe, werden die 9 Tage extrem lang und eintönig. Das war wahrscheinlich das schlimmste. Darauf kann man sich nicht vorbereiten. Das beste Mittel damit umzugehen ist, es anzunehmen und gespannt auf die Stille zu lauschen.

Ansonsten ist es wie die Vorstufe zur Einzelhaft und wie man weiß, werden die Leute dabei reihenweise verrückt. Verrückt bin ich nicht geworden und ich denke ich werde es wiederholen im nächsten Frühjahr. Besser vorbereitet, was die Rezepte betrifft.

Am Ende war ich so motiviert, das ich noch weitere 9 Tage gefastet habe. Da wurde der Effekt von Reinigung dann sehr deutlich, vor allem geistig. Körperlich war das eine echte Herausforderung, da die Muskelkraft schnell nachlässt. Allerdings nur bis zu einem gewissen Punkt, an dem eine ganz neue Kraft dazustößt. Eine gute Erfahrung war es auch im Sinne der Freiheit. Sich einmal eine Zeit lang so unabhängig von Input und Nahrung erlebt zu haben. Der Rückweg in die Gewohnheiten ging dann auch sehr rasch und ich denke wehmütig zurück an diese intensive Zeit.